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Im Freibad heizt jetzt die Sonne

Im Bendestorfer Freibad wird künftig bis zu zwei Drittel der bislang erforderlichen Energie eingespart. Möglich macht das eine sogenannte Absorberanlage auf dem Dach des Schwimmbadgebäudes, die zur Beckenwassererwärmung genutzt wird. Die Investitionskosten in Höhe von 50.000 Euro werden sich nach Hoffnung der Gemeinde bereits in fünf Jahren amortisiert haben.

 
  Auf dem Dach des Schwimmbadgebäudes (v.li.): Lothar Fox, Peter Krämer, Andreas Rath, Franziska Sluyterman. Rechts die Absorberfläche.

"Wir haben in der vergangenen Saison aufwendige Messungen betrieben. Dabei stellte sich heraus, dass 66 Prozent des Energieverbauchs für die Erwärmung des Beckenwassers aufgewendet werden müssen", sagt Andreas Rath vom Architekturbüro Sluyterman v. Langeweyde, das die Energiesparmaßnahme konzipiert hat. Nur 23 Prozent entfielen auf die Gebäudeheizung, weitere elf Prozent auf die Dusch- und Brauchwassererwärmung.

Die etwa 476.300 Kubikmeter Wasser in den beiden Becken werden künftig fast die gesamte Saison über ohne Einsatz der Gasheizung auf angenehme Temperaturen von mehr als 22 Grad gebracht werden können. Dafür werden stündlich vollautomatisch 20.000 Liter Wasser in die Absorberanlage geleitet, dort je nach Witterung auf bis zu 90 Grad erhitzt und wieder dem Becken zugeführt.

"Das funktioniert selbst bei bedecktem Himmel prima", hat Schwimmmeister Lothar Fox festgestellt. In den vier Wochen, in denen die Anlage bereits in Betrieb ist, musste an keinem Tag zugeheizt werden. Im Durchschnitt wurde das Wasser durch die Sonneneinstrahlung in der 200 Quadratmeter großen Absorberfläche, die aus dünnen, schwarzen Kunststoffröhren besteht, auf etwa 60 Grad erwärmt.

Vor Installation der Absorberanlage, zu Saisonbeginn, war das über 30 Jahre alte Flachdach für rund 70.000 Euro saniert worden. Um den Wasserablauf zu verbessern und die Sonneneinstrahlung besser nutzen zu können, wurde es um drei Grad geneigt. Die pflegeaufwendige Holzverkleidung wurde durch Schieferplatten ersetzt.

"Bereits 2006 haben wir die Filtertechnik auf den neuesten Stand gebracht. Es gibt keinen Sanierungsstau. Jetzt haben wir für viele Jahre Ruhe", sagt Peter Krämer (BWG), Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde. Finanziert wurden die Investitionen aus den Rücklagen, die die Gemeinde über mehrere Jahre auch für das Bad gebildet hat.

Die Badegäste wissen das Engagement der Gemeinde und des Fördervereins für das kleine, familienfreundliche Bendestorfer Freibad offenbar zu schätzen: Bislang wurden in dieser Saison 24.000 Euro Eintrittsgelder eingenommen. Krämer: "Wenn nicht der komplette Sommer verregnet, werden wir die Einahmen von 32.000 Euro aus dem vergangenen Jahr überschreiten."

Veröffentlicht am 10.08.2008 Artikel drucken