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Der Film in Bendestorf

WunderkinderWir Wunderkinder

Mit zwei Palminkartons, in denen er die Reste seiner Garderobe aufbewarte, kam am 17. April, 1945, kurz vor den englischen Truppen, Rolf Meyer auf einem Fahrrad in Bendestorf an - so wird es zumindest behauptet. Der damals 35-Jährige sollte die Nachkriegsgeschichte des Ortes maßgeblich prägen. Nicht als Bürgermeister, der er sechs Monate lang war, sondern als Gründer der Jungen Film-Union.

Die Geschichte der Bendestorfer Atelierbetriebe ist im Rahmen der Ausstellung "Wir Wunderkinder - 100 Jahre Filmproduktion in Niedersachsen" (1995) im Auftrag der Gesellschaft für Filmstudien aufgearbeitet worden. Das Projekt "Film und Geschichte" der Lernwerkstatt Geschichte - betreut von der Uni und der FH Hannover - hat Teile daraus in einer Internetsite zusammengestellt, auf die hier verlinkt wird:

[Vom Tanzsaal zum Filmatelier] [Erste Produktionen im eigenen Atelier]
[Von Paris an den Rhein zurück] [Produktionen am laufenden Band]
["Die Sünderin"] [Großfilme mit Spitzenstars] [Erfolg und Ende]
["Der Verlorene"]

Der erste Filmskandal der Nachkriegszeit

Die Sünderin"Die Sünderin" (1950) - der erste Nachkriegsfilm Willi Forsts - wurde zum größten Skandal des deutschen Nachkriegsfilms. Aber nicht, wie vielfach vermutet, weil der Busen der Knef einmal kurz nackt zu sehen ist - gedreht im Garten des Gasthauses Kurth - sondern weil die mit der Spruchpraxis der "Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft" nicht einverstandenen Kirchen ihre Mitarbeit in der FSK demonstrativ einstellten. Die hierdurch ausgelösten Proteste kirchlicher und politischer Kreise machten "Die Sünderin" zum Kassenerfolg - und Hildegard Knef über Nacht zum Star.

Stefanie Schneck hat den Wirbel um den Film aufgearbeitet. [hier]

Wo die Zarah früher ... und die Knef sogar ...

Filmmuseum... wo Zarah Leander früher einmal tatsächlich gelebt und gearbeitet und Hildegard Knef ihren legendären Auftritt als "Sünderin" hatte - das war in Bendestorf. Immerhin waren die Bendestorfer Ateliers nach Ende des Zweiten Weltkriegs die modernsten in den damaligen Westzonen. Das Bendestorfer Filmmuseum im Makens-Huus erinnert an diese Zeit. [mehr]

"Als Hollywood noch bei Harburg lag"

Es gab eine Zeit, da war Bendestorf das Zentrum des deutschen Films. Wie Phönix aus der Asche stieg das Bendestorfer Studio nach dem Zweiten Weltkrieg auf, und die großen Stars des deutschen Films rissen sich darum, im Heidedorf zu drehen. In einer Serie haben die Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) im Frühjahr 2006 die große Zeit des Bendestorfer Studios beschrieben. Mit freundlicher Genehmigung der HAN kann die Serie hier nachgelesen werden. [mehr]