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Junge Idealisten und ein frecher Uhu
Die Geschichte der Bendestorfer Rundschau
"Keine 08/15 Zeitung - Heiße Themen werden angefaßt",
versprachen die Macher der "Bendestorfer Rundschau" (BR),
die im Dezember 1965 erstmals erschien. Sieben junge Leute aus dem
Ort hatten sich unter Leitung des Sportjournalisten Eugen Igel zusammengetan,
um - wie es hieß - "über aktuelle und interessante
Themen (zu) unterrichten und diese Zeitung in einen nicht mehr zu
missenden Haushaltsgegenstand zu verwandeln".
Als Herausgeber fungierte ein eigens gegründeter Verein, der
"Bendestorfer Bürgerverein e.V.". Die "Mannschaft
qualifizierter und fachlich bewanderter Redakteure" bildeten
neben Igel Verlagskaufmann Hans-Eckart Jaeger (23), Student Jan
Menssing (21), Journalist Michael Prümm (22), Ingenieur Jürgen
Tiemann (22) und die Kaufleute Holger Zimmermann (21) und Hans-Peter
Brink (21).
Gedruckt wurde die achtseitige Zeitung von der Buchholzer Druckerei
Hardenberg. Da die Redaktion ehrenamtlich arbeitete, hielten sich
die Kosten in Grenzen. Sie wurden durch den Verkauf von Anzeigen
aufgebracht, die auf den letzten beiden Seiten gedruckt wurden.
[ i ] Dennoch konnte das Blatt, das kostenlos an "über
500 Bendestorfer Haushalte sowie einige Nachbarorte" verteilt
wurde, nicht wie angestrebt jeden Monat erscheinen, was prompt
die Kritik eifriger Leser hervorrief.
Berichte
aus dem Gemeinderat, den Bendestorfer Vereinen, dem allgemeinen
Gemeindeleben und dem Sport füllten die kleine Zeitung. Und
eine Kolumne, die mit "Maximilian" überschrieben
war. Unter diesem Pseudonym, verbildlicht durch einen Uhu, nahm
die Redaktion die Bendestorfer Prominenz aufs Korn. Insbesondere
gegen die tennisspielenden
"oberen 28" wurde scharf geschossen. [ i ]
Doch auch sonst übten die Redakteure nur wenig Zurückhaltung.
So wurde unter der Überschrift "Das sündige Dorf!" über nur spärlich
besuchte Gottesdienste berichtet. Auch über Vereine wie den Bendestorfer
Ortsschutz und den in die Krise geratenen Fremdenverkehrsverein
erschienen durchaus kritische Artikel.
Dass es in Bendestorf heute eine Turnhalle gibt, ist übrigens
nicht zuletzt auf die "Bendestorfer Rundschau" und den hinter ihr
stehenden Verein zurückzuführen. Mit der Nr. 9 (1966) forderte
die Redaktion: "Baut eine Turnhalle!" und rief zu einem großen
Bendestorfer Gemeinschaftswerk auf. In der Folge wurde die "Interessengemeinschaft
Turn- und Sporthalle" gegründet.
Schon Mitte 1967, mit der Nr. 15, mußte das junge Blatt
sein Erscheinen wieder einstellen. Grund waren Auseinandersetzungen
mit den "oberen
28", namentlich dem Vorsitzenden des Tennisclubs, Dr. Walter
Matuschke. Matuschke, von Beruf technischer Generaldirektor im
Axel Springer Verflag, fühlte sich durch mehrere Kolumnen
von "Maximilian"
verunglimpft und zog vor Gericht. Das Verfahren endete laut Peter
Brink mit einem Vergleich. Doch die Prozeßkosten ruinierten
die
"Bendestorfer Rundschau".
| Quelle: Bendestorfer
Rundschau |
| Veröffentlicht am 12.12.2005 |
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