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Rote Beeren - glänzendes Laub

IlexWer hätte gedacht, dass die Stechpalme in Europa eine viel längere Weihnachtsgeschichte hat als unser Christbaum. Als immergrüner, oft stehender Strauch oder sogar als Baum trägt die Stechpalme nicht nur schöne Früchte, sondern auch viele Namen.

Wer den Ilex als Hülse, Hülsdorn, Stachelpalme, Stechhülse, Stecheiche, Stechlaub, Walddistel, Christdorn oder Palmendorn kennt, wird sicher auch wissen, dass er unter Naturschutz steht. Der Artname aquifolium weist auf die stacheligen Blätter hin. Der Gattungsname Ilex ist möglicherweise von der Steineiche (Quercus ilex) abgeleitet, oder er entstand über das keltische Wort ic oder ac für Spitze.

In der Welt der Mythen ist die Pflanze des Monats Dezember ebenfalls vertreten. Im Mittelalter wurden die glänzend dunkelgrünen und ledrigen, oft dornig gezähnten Blätter als Abwehr vor dem Bösen verstanden. Jetzt freut sich unser Auge an dem roten, intensiven Beerenschmuck. Amsel, Singdrossel und Co schätzen die Früchte als stille Nahrungsreserve in der kalten Jahreszeit und verbreiten ganz nebenbei die Samen.

Um einen reichlichen Fruchtansatz am Stechpalmengewächs zu erhalten, benötigen alle Ilex-Sorten eine männliche Pflanze als Pollenspender. Diese sollte nicht weiter als fünf Meter entfernt stehen. Bei Hecken empfiehlt es sich, immer einige männliche Pflanzen in Abständen zu pflanzen. Dann kann die Natur aktiv werden. Die oft dicht verzweigten Wildformen sind inzwischen in unserer heimischen Umgebung zu einer kostbaren Rarität geworden. Sie können hier ohne weiteres eine Wuchshöhe von 10 bis 12 Metern erreichen - wenn sie nicht durch Wildverbiss niedrig gehalten werden.

Die Gehölzfamilie Ilex ist inzwischen mit über 300 Arten über den ganzen Globus verbreitet. Manche von ihnen fühlen sich in den feuchten Tropen wohl, andere haben sich mediterranem Klima angepasst. Bei uns ist die immergrüne Stechpalme besonders als blickdichte, dekorative Bepflanzung und in der Einzelstellung als Kübelpflanze beliebt.

Keine Sorge, wenn hin und wieder die Schere zum Einsatz kommt, die Pflanze ist robost und treibt zuverlässig wieder aus. Ein gut gewachsener Ilex benötigt nur wenig Schnitt und ist eine gute Alternative zu den sonst oft monoton wirkenden Thujahecken. In der "freien" Natur steht die Stecheiche gern auf kalkarmen, feuchten und sandigen Böden. Wer sich hier bedienen will, sollte wissen, dass der Ilex unter einem besonderen Schutz wächst. Es dürfen weder Pflanzen noch Teile davon entnommen werden - auch nicht für den eigenen Garten oder möglicherweise für weihnachtliche Gebinde.

Wer Ilex möchte, wird in einer guten Baumschule fündig. In den letzten Jahren sind sehr schöne Ilex-Sorten gezüchtet worden. Im Garten wächst die Pflanze am liebsten in humoser, feuchter Gartenerde, die vom pH-Wert lieber etwas saurer als zu alkalisch sein sollte. Ein windgeschützter Platz, der absonnig oder halbschattig gelegen ist, bietet die besten Wuchsbedingungen für Ilex.

John Langley