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Organismen tot? Boden tot!
Gezielte
Bodenverbesserungen und Bodenlockerungen sind durchaus wünschenswert
im Garten. Doch leider vernichtet ein unüberlegtes Umgraben
mit einem Spaten viele Milliarden von Kleinstlebewesen.
Warum? Weil diese kurzerhand von oben in die untersten Bodenschichten
gelangen, wo absolut keine Nahrung und kein Sauerstoff mehr vorhanden
ist. Fazit: Sind die Organismen tot, ist es auch der Boden.
Doch was tun, wenn man sich mit einem lehmigen Boden anfreunden
muss? Bevor hier über Verbesserungen nachgedacht wird, lässt
sich noch ganz allgemein sagen, dass die Körnung des Bodens
leider als gegeben hingenommen werden muss, weil sie sich nur geringfügig
ändern lässt. Nur eine konsequente Humusversorgung durch
Kompost oder Gründünger beeinflusst langsam, dafür
aber nachhaltig alle Bodenarten positiv. Aus Gründen des Naturschutzes
sollte auf Torf als Bodenverbesserungsmittel im Garten grundsätzlich
verzichtet werden, zumal fast gleichwertige Stoffe im Gartenfachhandel
wie Rindenkompost, Grüngutkompost erhältlich sind.
Was ist bei schweren Böden zu tun?
- Kompost leicht unterarbeiten
- Kalk bzw. Gips zur Verbesserung der Krümelstruktur verwenden
(im Gartencenter oder Fachhandel fragen)
- Sand und Urgesteinsmehl einarbeiten.
Leichte Verdichtungen lassen sich am besten mit einer kleinen,
handlichen Fräse lockern, starke Verdichtungen müssen
oftmals professionell, d.h. maschinell durch Tiefengrubber tief
gelockert werden. Dann erst wird der neue Mutter- oder besser Oberboden
in einer mindestens 20 Zentimeter starken Schicht ausgebracht. Was
langfristig auch noch helfen wird, ist die Einsaat von tiefwurzelnder
Gründüngung wie Ölrettich oder Lupinen, um den Untergrund
aufzuschließen.
Herbstzeit ist zwar Pflanzzeit, doch Vorsicht, schwere lehmige,
lösslehmige oder gar tonige Böden stellen für die
meisten Gehölze kein optimales Bodensubstrat dar. Die Wuchsleistungen
sind merklich geringer. Manche Bäume und Sträucher reagieren
auf solche ungünstig durchlüfteten Böden mit Chlorosen
(= krankhafte Gelbverfärbungen der Blätter) wie oft bei
der Chaenomeles (Zier- oder Scheinquitte) festzustellen ist.
Mit einem verstärkten Pilzbefall wird der Juniperus (Wachholder)
befallen. Ungünstige verdichtete Bodenverhältnisse sorgen
für verfrühten Laubfall bei vielen Sorbus-Arten (Vogelbeere).
Und die Frostschäden am Cotoneaster (Felsen- oder Steinmispel)
oder die verminderte Standfestigkeit z. B. bei Picea abies (Fichte)
sind auch auf sehr lehmige Böden zurückzuführen.
John Langley

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