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ErdbeerenVerführung und Weltenlust

Die sommerliche, süße Sammelnussfrucht, die ihre Samen außen trägt, ist pur gegessen ein wahrer Schlankmacher. 100 Gramm rote Erdbeeren enthalten nur 135 kJ (32 kcal). Das rote Naturwunder ist gesund, enthält viele Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe und bereichert den saisonalen Speisezettel.

Die spannende Kulturgeschichte der Erdbeere von der Wildsorte bis zur Königin der Früchte beginnt mit Funden aus der Steinzeit. Im Mittelalter wurde ihr eine besondere Heilkraft übertragen. Sie galt als die Speise der Seligen, aber auch als Symbol der Verführung und Weltenlust. Und die "Vierländer" oder "Moschuserdbeere" zeigten bereits 1693 ihre duftenden Früchte.

Die roten Früchte besitzen einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Mit durchschnittlich 60 mg Vitamin C decken bereits 100 g Erdbeeren über die Hälfte der täglich empfohlenen Zufuhr an diesem Vitamin in unserem Körper ab. Die in Erdbeeren enthaltenen Phenolsäuren (Ferula- und Ellagsäure) sollen sogar eine krebsvorbeugende Wirkung besitzen. Leider sorgen die Früchtchen auch für Stress. Bei Nahrungsallergie empfiehlt sich, Erdbeeren nur dann zu essen, wenn sie unmittelbar aus Region kommen.

Das ästhetische Beerenobst aus der Familie der Rosengewächse gehört zu den beliebsten gärtnerischen Produkten der Saison. Inzwischen gibt es mehr als 1.000 Arten mit recht unterschiedlichen Boden- und Klimaansprüchen, verschiedenem Aussehen und Geschmack. Die eigentliche Erntezeit dauert von Ende Mai bis in den Juli. Die Früchte werden reif geerntet und sind vollmundig im Geschmack. Es ist kein Wunder, dass das Aroma südländischer Früchte, die häufig unreif gepflückt werden, nicht sehr ausgeprägt ist. Nur reife Früchte haben den vollen Gehalt an geschmacksgebenden Bestandteilen wie fruchteigenem Zucker und Aromastoffen, erkennbar schon am intensiveren Geruch.

Am besten kauft man seine Erdbeerpflanzen mit Topf- oder Pflanzballen. Sie werden in die Erde gesetzt und wachsen störungsfrei an. Bis Anfang August können noch Erdbeeren gepflanzt werden. Bevor die Erdbeerpflanzen ab Mitte September die Blütenanlagen entwickeln, müssen sie gut eingewurzelt sein und mindestens fünf Laubblätter gebildet haben. Pflanzen, die im Frühbeet heranwachsen, tragen bereits ab Ende Mai Früchte. Erdbeerpflanzen tragen im 2. und 3. Jahr die meisten Früchte. Danach sollten sie durch neue ersetzt werden. Wenn man mehrere Sorten anbaut, kann man den ganzen Juni und Juli über Erdbeeren ernten, und zwar möglichst morgens mit Stiel. Zupft man Stiel und Kelchblätter vorher aus, saugen sich die Früchte schnell voll mit Wasser, wenn sie unmittelbar vor dem Verzehr in stehendem Wasser "gereinigt" werden.

(John Langley)