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Schutzraum
für Nützlinge
Noch ist es möglich, seinen Garten auf die frostige Zeit vorzubereiten.
Solange es nicht stärker friert, können sommergrüne Bäume, Sträucher
und Heckengehölze gepflanzt werden. Wer seinen Frühling noch in
Tüten vor sich liegen hat, sollte ihn jetzt in den offenen Boden
bringen. Tulpen, Narzissen, Krokusse und Co. werden sich dafür im
nächsten Jahr mit Blüten bedanken.
Frostige Zeiten überstehen die Gartenlieblinge der Nation, die
Rosen, wenn über ihre empfindliche Veredlung Gartenerde (kein Torf
... zu nass) angehäufelt wird. Empfindliche Kletterrosen lassen
sich mit Fichtenzweigen vor unnötiger Verdunstung schützen. Diese
Koniferen lassen im Frühjahr schneller ihre Nadeln fallen, dadurch
kann sich die Rose langsam an die wärmende Frühjahrssonne gewöhnen.
Tannennadeln hingegen würden wesentlich länger die ersten wichtigen
Wärmestrahlen abhalten.
Auch wenn es eine Sisyphus-Arbeit zu sein scheint, sollte man den
gepflegten Rasen immer wieder von Laub befreien, um ihn vor Fäulnisschäden
zu bewahren. Aber wohin mit den Blättern? Man kann das Laub einfach
im Garten liegen lassen (nur nicht auf dem Rasen!). So wird auf
natürliche Weise ein Schutzraum für Nützlinge geschaffen.
Bodendeckendes Laub wird direkt vom Regen-, Feld- oder Wiesenwurm
angefressen. Sie skelettieren die Blätter, sodass nur die Blattrippen
übrig bleiben. Laub lässt diese wirbellosen Tiere überleben. Immerhin
wandeln Regenwürmer mit Hilfe von Mikroorganismen pflanzliche Rückstände
im Boden in neu verfügbare Nährstoffe um. Und nicht vergessen werden
darf, dass Wurmkot fünfmal mehr Stickstoff, siebenmal mehr Phosphat
und elfmal mehr Kalium enthält als die normale wurmarme Gartenerde.
Wer nicht nur ans Aufräumen, sondern ebenso an Überwinterungs-quartiere
für Kleinsttiere denkt, wird dafür von der Natur reichlich belohnt.
Auch in diesem Jahr war die aktive Blattlaus einer der größten Feinde
im Garten. Wer auf Chemie weitgehend verzichten möchte, schafft
laubige Überlebensräume für Schwebfliegen. Sie verstecken sich,
wie Marienkäfer, unter Laub und im Boden, geschützt vor Wind und
Nässe. Sie alle warten dort auf das nächste blühende Gartenjahr.
Für Florfliegen können "Eigentumswohnungen" (aus Holz gezimmerte
Dreiecke, locker mit Stroh ausgestopft), in denen sie gerne überwintern,
im Freien aufgehängt werden. Auch die nützlichen Schlupfwespen,
Laufkäfer und Spinnen brauchen Überwinterungsmöglichkeiten.
Wer daher seinen Garten nicht leerfegt, sondern möglichst naturnah
belässt und erst im Frühjahr bei wärmeren Temperaturen anfängt "aufzuräumen",
ist ein wahrer Freund der Natur. Ok, es gibt natürlich auch Ausnahmen.
Waren Rosenblätter im Herbst von Krankheiten, etwa Sternruß oder
Mehltau, befallen, so wird dieser Pilzbefall im nächsten Jahr verringert,
wenn das erkrankte Laub direkt in der Restmülltonne entsorgt wird.
John Langley

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