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Wachstum ist Stress

 ...zumindest für alle Zimmerpflanzen, die in einem begrenzten Pflanzgefäß seit Jahren überleben müssen. Im Laufe der Zeit wird das Grün naturgemäß größer und üppiger. Oft reichen dann die vorhandenen Nährstoffe im Pflanzsubstrat nicht mehr aus.

Dieser Mangel kann natürlich durch regelmäßiges Düngen ausgeglichen werden. Aber mit jeder Ernährung lassen die Pflanzenwurzeln Ballaststoffe des verabreichten Düngers im Boden der Topfpflanze zurück. Dadurch entstehen unkontrollierbare Salzanreicherungen. Diese werden an der Tontopfwand oder auf dem Wurzelballen durch weiße Ablagerung sichtbar. Eine starke Verwurzelung und knapper Wurzelraum wirken sich nachteilig auf die Lebensdauer aller getopften Pflanzen aus.

Und dann - im Laufe der Jahre - verschlämmen durch ein Zuviel an Gießwasser auch noch die lebenswichtigen Bodenporen des restlichen Pflanzsubstrates. Wenn dieser Zustand eintritt, dann ist das gesamte Wurzelwerk gefährdet, weil die notwendige Sauerstoffzufuhr damit wesentlich beeinträchtigt ist. Auf der Suche nach bestmöglichen Bedingungen und weil der Raum im Topf immer knapper geworden ist, sprengen Wurzeln Töpfe oder verankern sich sogar in der "Fensterbank". Umtopfen kann man eigentlich zu jeder Jahreszeit.

Am besten macht man es aber in den lichtreicheren Monaten von März bis August, wenn sich alle Teile einer Pflanze im starken Wachstum befinden und der Stress des Umpflanzens rascher überwunden wird. Die Wurzeln werden beim Umtopfen meist leicht beschädigt. Das wirkt sich zunächst wachstumshemmend aus. Doch bei guten Lichtbedingungen erholen sich die Pflanzen schneller. Bei den blühenden Vertretern der Natur ist es besser, mit dem Umtopfen bis nach der Blüte zu warten. Die Knospen könnten sonst abfallen oder geschlossen bleiben.

Junge und raschwüchsige Pflanzen müssen mindestens einmal im Jahr verpflanzt werden. Im Gegensatz dazu können zimmerhohe Pflanzen oder besonders langsam wachsende Sukkulenten 2 bis 3 Jahre lang warten, bis diese ins größere Gefäß umziehen müssen. "Notumtopfen" ist angesagt, wenn der Wurzelballen von Schädlingen (Wurzelläusen, Springschwänzen, Humusfliegen ect.) befallen ist.

Das neue Pflanzgefäß sollte einen zwei cm größeren Durchmesser haben – bei schnell wachsenden Pflanzen dürfen es auch fünf cm sein. Beim Substrat sollte auf Qualität geachtet werden und darauf, ob die Pflanze möglicherweise eine Spezialmischung benötigt. Das ist z.B. der Fall bei Sukkulenten, Kakteen, Orchideen, Bonsai, Bromelien und Moorbeetpflanzen. Diese Gewächse haben besondere Ansprüche an den Mineralstoffgehalt, die Dichte und den pH-Wert des Substrates. Viele unempfindliche Indoorpflanzen gedeihen hervorragend in Einheitserde oder Tongranulat (Seramis). Billigerde kann teuer werden – sie kostet oft das Leben der liebgewordenen Pflanzen.

John Langley