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Vogelfütterung als Naturschutz?

Wer seinen Brotkasten ausräumt und die kleingeschnittenen harten Reste dem heimischen Federvieh anbietet, macht sich zwar viel Arbeit, aber auch einen großen Fehler.

So blähen sich die feucht gewordenen Brotkrumen in den Vogelmägen schmerzhaft auf. Und auch bei langanhaltenden Frostperioden gibt es Probleme. Da Brot recht viel Salz enthält, können die fliegenden Federbälle den damit verursachten Durst nicht löschen.

Und noch etwas ist zu bedenken. Obwohl nicht alle der rund 20 hier überwinternden Vögel Körnerfresser sind, ergibt sich an den eigens eingerichteten Futterstellen ein weiteres Problem. Durch die Fütterung überleben beispielsweise Meisen, Drosseln oder Finken den Winter. Aber diese Vogelarten sind ohnehin nicht in ihrem Bestand gefährdet.

Wer das Füttern nicht lassen möchte, sollte seine künstlichen Futterstellen regelmäßig säubern, damit nicht Krankheiten durch den Kot übertragen werden können. Und bitte erst bei Dauerfrost unter fünf Grad Minus und bei einer geschlossenen Schneedecke mit der Ergänzungsnahrung beginnen.

Wer den Kontakt zu den Tieren im Garten sucht oder aufrecht erhalten will, wird vermutlich mit einem weinenden und einem lachenden Auge "unsere" Vögel zumindest in der Frost- und Schneeperiode des Jahres regelmäßig füttern. Das Herz der Menschen ist groß und die Anzahl der aufgestellten Vogelfutterhäuser noch gewaltiger. Der Natur auf der Spur sind Kinder, die die Vögel beim Fressen beobachten. Hier macht das Vogelrestaurant "etwas" Sinn. Wer im Winter "seine" Gartentiere beobachtet, ist auch im Jahresverlauf motiviert, einiges für diese Tierwelt zu tun.

Der Fachhandel bietet Futterstellen im Siloprinzip an, bei denen die Vögel das Futter nicht mit Kot verunreinigen können. Vorbei ist damit die Zeit, wo die Zweibeiner bei der Piepshow in den selbst gebauten oder gekauften Vogelfutterhäusern durch Futter und Kot stampfen. Solange milde Witterungsbedingungen vorhanden sind und die heimische Vogelschar noch auf das umfangreiche Beerenbüffet der vielen Vogelnährgehölze zurückgreifen kann, bleibt das Fastfood-Baumhaus am besten geschlossen. Um ans Futter zu kommen, muss auch hier oder da mal zwischen Laub und Stauden suchen. Zumal Beeren ja nicht das allein selig machende Vogelfutter sind.

Die wenigsten Vögel können sie sowieso als Ganzes fressen. Oft sind eher die Samen von Interesse. Andere bevorzugen Insekten in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien. Und die finden die Vögel am besten in einem nicht zu gut aufgeräumten Garten, zwischen nicht zu stark geschnittenen Stauden, in Mulchschichten oder Kletterpflanzen. Selbst Sträucher wie Schneeball, Pfaffenhütchen oder Heckenrose bieten im Winter ausreichend Nahrung. Hier lassen sich auch Vögel beobachten. Das ist dann Natur pur.

John Langley